Die Qual der Wahl – Wie individuell muss Kulinarik für kommende Generationen sein?

Dass viele Trends ursprünglich aus den USA zu uns kamen, ist wirklich keine Neuigkeit. Genauso wenig, wie die Tatsache, dass einige dieser Trends etwas länger brauchen um sich bei uns durch zu setzen. Österreich war lange Zeit im Imbissbereich festgefahren. Wurstsemmel auf der einen Seite und der altbewährte Würstelstand auf der anderen. Ja, die Österreicher sind Gewohnheitstiere. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht auch schnell an etwas gewöhnen können. Die erste Wahlmöglichkeit begegnete den Österreichern lediglich in der Form der Auswahl beim Senf: Süß, oder Scharf.

Entscheidungen, Entscheidungen, Entscheidungen

Tja, die Qual der Wahl. Mittlerweile kann man keinen Kaffee mehr bestellen, ohne nicht mindestens drei Entscheidungen zu treffen. Mit Milch, ohne Milch, klein, groß, laktosefrei, Sojamilch, oder am Ende gar einen Pumkin-Spice-Latte. Noch vor ein paar Jahren hätte man sich nicht gedacht, dass dieser Trend sich durchsetzt, der im Wesentlichen seinen Ursprung im Jahr 1965 mit der Franchisekette Subway hat. Bei Subway wählt man Brotsorte, Hauptbelag, Käse, Gemüse, Sauce und Gewürze aus. Der Sinn dahinter ist das Gefühl des individuellen zu vermitteln und somit den Eindruck von „Besonders“ zu kreieren. Subway hatte es am Beginn in Österreich gar nicht leicht, als in den 1990er Jahren die ersten Restaurants eröffneten. Das Prinzip war zur damaligen Zeit nichts für Österreich, erst mit den Jahren entwickelte sich die Begeisterung für die Gastro-Kette.Sogar ein Fastfood-Gigant wie Burgerking sprang im Jahr 2006 mit seiner „Have it your way“-Kampagne auf diesen Zug auf.

Genau wie die deutsche Italo-Kette Vapiano, wo direkt vor den Augen des Kunden zubereitet wird. Dort sucht man sich die Basis aus, dann eine Nudelsorte und ob man Knoblauch, Weißwein, oder Chili in der Pasta haben möchte. Die Zeiten ändern sich und so logischerweise auch das Konsumverhalten in der Gastronomie.

Das Burger-Baukasten-System hat mittlerweile Einzug gehalten und ist nicht mehr weg zu denken.

Auch die anhaltende Premium-Burger-Welle ist durch die „Generation der Degustation“ -den Menschen, die die Freude am Geschmack entdeckt haben – entstanden. Es genügte einfach nicht mehr, nur Burger auf die Speisekarte zu setzen, denn es wurde für viele ein richtiges Hobby innerhalb Wiens auf die Suche nach dem perfekten Burger zu gehen und die Suche – Social-Medias machen es möglich – minutiös zu dokumentieren. Viele Gastronomen können damit nicht leicht Schritt halten, doch für die, die es können, ist es ein lukratives und einträgliches Geschäft geworden, dass sich eben vor allem über die sozialen Netzwerke gut vermarkten lässt.

Letztlich sind auch die Shisha-Bars in ähnlichem Konzept designt. Finde den Tabak, die Geschmacksrichtung, die zu dir passt. Kombiniere, gustiere und entscheide welcher Drink die beste Begleitung zum „blubbernden Rauch“ ist. Shisha Bars sind vor allem Treffpunkt für die Jugend geworden und ein Schmelztiegel der Kulturen. Die Freude am Suchen hat schon längst Einzug in die Kultur und den Alltag gehalten.

Gin Tonic ist zurzeit ein absolutes Modegetränk und auch hier genügt es schon lange nicht mehr die beiden Grund-Ingredienzen zu vermengen und mit Zitrone zu servieren. Es gilt die „richtige“ Kombination aus dem „richtigen“ Gin und dem „richtigen“ Tonic zu finden. Egal, ob Tonic von Fevertree, zum österreichischen Gin von Gölles mit Thymian, oder die klassische Kombination von Bombay Saphire mit Gurke, Pfeffer und Fentimans Tonic, auch hier sind die Wahlmöglichkeiten schier endlos. In Wien gibt es mittlerweile ganze Bars, die sich diesem Cocktailklassiker verschrieben haben, voran natürlich das Torberg im achten Bezirk.

Die Gastronomie ist eine Brache, die wie keine andere einem stetigen Wandel unterliegt. Die Trends sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Im Moment geht der Trend immer weiter in Richtung Individualisierung und Selbstbestimmung des Kunden. Hierin liegen enorme Möglichkeiten für Gastronomen, die auf der Suche nach der für sie geeigneten Nische sind. Durch den Individualismus etablieren sich neue Kombinationen, an die man vielleicht selbst noch nicht gedacht hat. Man darf gespannt sein wohin die Reise geht und ob man vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft durch einen Supermarkt direkt in eine dahinter befindliche Küche geht, wo man sich sein Essen selbst zubereitet, um es anschließend im Restaurantbereich genießt. Natürlich nicht, ohne es vorher beispielsweise auf Facebook zu dokumentieren. Gut möglich, dass wir bald eigene Instagram-Lokale haben, wo wir uns aus den besten Fotos unser Menü zusammenstellen.

Wir, hier bei der Centerprise-Group lieben neue Trends und die Möglichkeiten, die daraus geboren werden, denn sie sind es, die uns antreiben am Ball zu bleiben, um unseren Kunden immer nur das beste Konzept zum richtigen Zeitpunkt präsentieren zu dürfen.

2018-02-12T09:51:58+00:00